Sport- und Jagdschützenzentrum schließt eine Lücke im regionalen Bedarf

Neubau in Bergkamen nimmt konkrete Formen an


Dass in der Region um Unna, Dortmund und Hamm eine Lücke in der jagdlichen Schießstandlandschaft klafft, zeigt eine entsprechende landesweite Analyse des LJV NRW deutlich. Umso erfreulicher ist es aus Sicht der Jägerschaft, dass es sich die Kreisjägerschaften Unna und Hamm zum Ziel gesetzt haben, dieses Defizit zu schließen. Am Standort Bergkamen soll ein neues Schießzentrum entstehen, das durch den direkten Anschluss an die Bundesautobahnen A1 und A2 auch aus dem Ruhrgebiet, dem Münsterland sowie aus der Region um Soest und dem Hochsauerland gut und schnell erreichbar ist.

Einzugsradius Schiessstand

Einzugsradius und Verkehrsanbindung der Schießanlage


Dabei werden die Jäger von den örtlichen Sportschützen unterstützt, die ebenfalls eigene Schießsportmöglichkeiten auf dem Standort planen. Durch diese Synergien fällt auch die Finanzierung des Gesamtprojektes leichter, da Fördermittel aus unterschiedlichen „Töpfen“ angefragt werden. Aus den Mitteln der Jagdabgabe wird die Förderung eines großen Teils des jagdlich genutzten Anlagenbereiches beantragt werden. Der Bereich des jagdlichen Schießens wird vier 100-m-Bahnen, einen laufenden Keiler mit integrierter Kipphasenanlage sowie eine 25-m-Kurzwaffenanlage mit fünf Schießbahnen und einen Schulungsraum umfassen. Ergänzend zu diesem Angebot sind auf dem Standort ein Ladenlokal mit einer Simulationshalle für das jagdliche Übungsschießen auf animierte Ziele und die Schießsporteinrichtung der Sportschützen geplant. Das Projekt wird baufachlich von dem Architekturbüro planwerk aus Münster begleitet und umgesetzt, das den Landesjagdverband und Schießstandbetreiber in NRW rund um das Thema Ertüchtigung und Neubau von Schießständen berät und eng mit einem bundesweit anerkannten Schießstandsachverständigen kooperiert. Fachverstand ist besonders bei der Frage des Lärmschutzes nötig. Dieser wird durch eine weitgehende Einhausung der Anlage in Verbindung mit einer erprobten Rasterdeckenkonstruktion in den nach oben offenen Anlagenbereichen sichergestellt.
Eingebettet wird der Schießstand in eine natürliche Hügellandschaft mit Hecken und Gewässer, so dass das Gelände zukünftig im Rahmen von Lernort Natur auch naturpädagogisch genutzt werden könnte. Das Gesamtkonzept überzeugte auch den zuständigen Stadtentwicklungsausschuss, dem es zwischenzeitlich vorgestellt wurde. Als nächstes muss die immissionsschutzrechtliche Genehmigung beantragt werden. Auch hier wurden bereits erste konstruktive Gespräche mit dem Kreis Unna geführt, der dem Projekt ebenfalls positiv gegenübersteht.

LJV NRW-Schießstandkommission